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Archive für 9.4.2009
Wer Alkohol trinkt, reist ab!
9.4.2009 von EPMUTS.

In der vergangenen Woche wurde in der Türkei Wirklichkeit, was Lehrer vor Klassenfahrten vielfach fürchten wie der Teufel das Weihwasser: Ein 21-jähriger Schüler hat sich während einer Klassenfahrt so stark betrunken, dass er ins Koma gefallen war und später starb.
Für die Neuntklässler einer sauerländischen Hauptschule geht es nach Ostern auf Klassenfahrt. “Natürlich haben wir im Lehrerzimmer über den Fall in der Türkei gesprochen und was wäre, wenn soetwas bei uns passieren würde”, sagt Schulleiterin die Schulleiterin. “Die Befürchtungen unter den Lehrern sind groß.” Als Lehrer müsse man erst einmal damit klar kommen, wenn ein Schüler stirbt. Auch wenn der Lehrer seiner Aufsichtspflicht nachgekommen sei.
Die Schulleiterin setzt auf Prävention. “Ich gehe vor der Fahrt in alle Klassen und mache den Schülern deutlich, dass sie sich selbst die Fahrt kaputt machen und dass jeder, der Alkohol trinkt, sofort nach Hause fährt.” Zum Glück sei das noch nicht vorgekommen. “Es ist immer eine Gratwanderung, die viel Sensibilität von den Lehrern fordert. Andererseits kann durch zu viel ‘Aufpasserei’ die gute Stimmung auch zerstört werden.”
Die BASS (Bereinigte Amtliche Sammlung der Schulvorschriften) schreibt vor, dass in der Regel zwei Lehrkräfte (ein Lehrer und eine Lehrerin) eine Schulklasse auf ihrer Fahrt begleiten. Diese können nicht rund um die Uhr nach den Schülern sehen. “Wenn etwas passiert, muss immer im Einzelfall geklärt werden, ob der Lehrer seine Aufsichtspflicht verletzt hat”, so Dorothea Schäfer, stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Viele Lehrer setzen auf >unproblematische< Reiseziele. Ganz wichtig zu sein scheint ein >strammes< Programm, das den Schülern viel bietet, vor allem aber, damit keine Langeweile aufkommen kann. Auch wenn nicht alle begeistert sein sollten, sportliche Aktivitäten (Klettern, Kanu, Wanderungen usw.) sorgen auch für >Disziplin<. Auch eine Überlegung wert: Trinken in beschränktem Maß kann OK sein, wenn auch der Umgang mit Alkohol will von Heranwachsenden natürlich erfahren und gelernt werden.
Für seine Zehntklässler hat ein anderer Klassenlehrer einen Vertrag entworfen, der Regeln enthält und der sowohl von Eltern und Lehrern als auch den Schülern unterschrieben werden muss. Der Vertrag mache bei seinen Schülern Eindruck, die Fahrten verliefen gut.
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