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Archive für 27.5.2009

Papst Benedikt XVI. besuchte Soldatenfriedhof von Monte Cassino

soldatenfriedhof-montecassio-graberpflege.jpgFoto oben: Die >Stiftung Monte Cassino< bemüht sich um Erhalt und Pflege der Soldatenfriedhöfe von Monte Cassino und unterstützt Jugendliche aus verschiedenen Ländern.

Die Monte Cassino Stiftung will erreichen, dass die Soldatenfriedhöfe am Monte Cassino über die Generationen hinaus als Mahnmal gegen den Krieg dauerhaft erhalten bleibt. Das damalige Geschehen darf auch bei den nachfolgenden Generationen nicht in Vergessenheit geraten. An keiner Schlacht im 2. Weltkrieg waren so viele Nationen beteiligt wie an der um den Monte Cassino. Kaum ein anderer Ort eignet sich deshalb besser als internationales Mahnmal gegen den Krieg und zum Gedenken der Opfer, gleich welcher Nationalität und gleich auf welcher Seite sie standen. Zentral zwischen zum Weltkulturerbe zählenden Orten wie Pompeji und Rom gelegen, bietet sich Cassino als Exkursionsziel nicht nur für Schulklassen geradezu an.

Schon in diesem Jahr sollen sich von der Monte Cassino Stiftung organisiert und unterstützt erstmals Jugendliche aus Deutschland, Polen und Italien in Monte Cassino treffen. An den Gräbern der über 107.000 gefallenen Soldaten aus 32 Nationen sollen die Jugendlichen zusammenfinden und sich gemeinsam mit der Geschichte und dem Irrsinn eines Krieges auseinandersetzen. Die Jugend der einst verfeindeten Länder wird sich pädagogisch vom Bund deutscher Kriegsgräberfürsorge geführt einigen Aufgaben der Friedhofspflege stellen. Gemeinsam sollen sie über die Gräber hinaus zusammenfinden, sich austauschen und Aufgaben meistern. Der vorangestellte Besuch im Museum Historale wird durch die modernen Multi-Media-Präsentationen die Schülerinnen und Schüler nachhaltig über den Kriegsverlauf und insbesondere über die Schlacht um Monte Cassino aufklären. In großer Gesprächsrunde werden trotz der verschiedenen Sprachen die jeweiligen Sichtweisen und die persönlichen Eindrücke zur Diskussion gestellt. Über die Bewältigung der Vergangenheit werden die jungen Menschen in dieser gemeinsamen Gegenwart über die Zukunft sprechen. Das persönlich und gemeinsam Erlebte dieser Reisen wird das Zusammengehörigkeitsgefühl prägen, das gegenseitige Verständnis fördern und die junge Generation zusammenführen.

Der ersten geplanten Jugendreise sollen viele weitere, so auch Reisen älterer Generationen, folgen. Über die Gräber der Weltkriegsgefallenen hinaus sollen gerade die zukünftigen Generationen Sorge dafür tragen, das Kriege endgültig Vergangenheit bleiben. Der Besuch in Italien wird über die Auseinandersetzung mit den Weltkriegen hinaus Raum für Reiseerlebnisse schaffen.

Die Monte-Cassino-Stiftung wird auch die Betreuung der verschiedensprachigen täglichen Besucher verbessern. Insbesondere deutschsprachige Angehörige Gefallener und überlebende Veteranen sollen Ansprechpartner erhalten, um sich vor Ort besser informieren und orientieren zu können.

Link zur deutschen Monte Cassino Stiftung


monte-cassino-friedhof.jpg

Zum Abschluss seiner eintägigen Pastoralreise nach Monte Cassino besuchte Papst Benedikt XVI. am 24. 5. 2009 privat den dort gelegenen polnischen Soldatenfriedhof. Dort haben jene Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden, die während der dramatischen Schlacht gegen die deutsche Wehrmacht um die Hochebene von Montecassino im Mai 1944 gefallen sind. In Cassino und Umgebung gibt es fünf Soldatenfriedhöfe. Errichtet wurden sie für britische, französische, italienische, deutsche und polnische Soldaten. Im polnischen Friedhof sind 1.052 Leichname bestattet, zusammen mit den sterblichen Überresten von General Wladyslaw Anders und des damaligen Militärkaplans und späteren Erzbischofs Jozef Gawlina, die beide 1970 verstorben sind. Das Heer unter dem Kommando von General Wladyslaw Anders hatte den alliierten Truppen den Weg zur Befreiung Italiens von den deutschen Invasoren frei gemacht. Den polnischen Soldaten war es gelungen, die Ruinen der Abtei von Montecassino zu erobern, von der aus die deutschen Soldaten die „Gustav-Linie“ kontrollierten, eine 230 Kilometer lange Barriere, die die italienische Halbinsel in zwei Teile schnitt. Die Gustav-Linie verlief von der Mündung des Garigliano ins Thyrrenische Meer flussaufwärts über den Montecassino bis ins Quellgebiet des Rapido in nahezu 2.000 Metern Höhe, um sich dann über Roccaraso und den Kamm des Apennin nach Casoli hinzuziehen und an der Adria zwischen Ortona und Vasto zu enden. Die „Schlacht um Montecassino“ (17. Januar bis 18. Mai 1944) war mit vier Monaten Dauer eine der längsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs, mit schweren Verlusten auf beiden Seiten, wenn man die Zahl der kämpfenden Soldaten in Betracht zieht. Die Schlacht wird wegen der vielen unter den Alliierten kämpfenden Nationalitäten auch als die „Vielvölkerschlacht“ des Zweiten Weltkriegs bezeichnet. In der Mitte des Friedhof-Hauptplatzes wurde das 16 Meter hohe Kreuz „Virtuti Militari“ errichtet, an dem ein ewiges Licht brennt. Der Besuch Benedikts XVI. fällt gerade in jene Zeit, während der des 65. Jahrestages der Schlacht von Montecassino gedacht wird. Nachdem der Heilige Vater eine Votivlampe angezündet hatte, betete er ein Gebet, in dem er Gott darum bat, allen Menschen, die „noch immer aufgrund von Bruderkriegen leiden“ müssten, „den Mut zu täglichen Handlungen des Friedens“ und „das wirksame Vertrauen in die Zivilisation der Liebe“ zu schenken. Abschließend rief er auch die Hilfe Gottes an, damit es für die Menschen einsichtig werde, dass „der Friede kostbarer ist als jeder vergängliche Schatz und dass alle gemeinsam unermüdlich dafür arbeiten, den neuen Generationen eine Welt zu bereiten, in der Gerechtigkeit und Friede herrscht“.

Hier ist die vom Papst gehaltene Predigt nachlesbar: www.zenit.org/article-17875?l=german

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