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Archive für 19.7.2009
Besch . . . eiden: Fabio Chigi in Lüdinghausen
19.7.2009 von E.St..

Der päpstliche Nuntius Fabio Chigi, der spätere Papst Alexander VII.
Fabio Chigi (sprich: Kiedschi, *1599,†1667) hatte es auf seiner Anreise schon nicht leicht, als er im Frühjahr 1644 als päpstlicher Gesandter von Köln nach Münster aufbrach. Was mutete man ihm auch zu, ihm, dem begnadeten Diplomaten im Dienst des Vatikan, kulturell erfahren, mehrsprachig gebildet, hoch gestellt und - vielleicht noch bedeutsamer - gebürtiger Sieneser. Immerhin sagt man den Bewohnern der Stadt Siena noch heute nach, sie seien vor den Florentinern das arroganteste und hochnäsigste Volk Italiens.
Dieser Mann muss nun mit seinem Gefolge nach Westfalen reisen, um den Westfälischen Frieden zu verhandeln, und kommt in eine Region, deren Reize sich einem stolzen Sieneser erst auf den zweiten Blick erschließen. Als er auf seiner regnerisch-kalten Reise kurz vor Münster in der Stadt Lüdinghausen Station machte und hier zu seinem Verdruss auch noch “Pompernickel” zum Abendbrot vorgesetzt bekam, rief er voller Abscheu, das würde er weder Bauern noch Bettlern zum Fraß vorwerfen. Die Lüdinghauser bekümmerte dies wohl nicht weiter, müssen sie doch - ähnlich wie die Sieneser - mit dem gleichen Vorurteil ihrer Umgebung leben. Tatsächlich hielt Chigi die Westfalen aber wohl doch für bescheiden, höflich und zuvorkommend, ein Grund mit, ihn schließlich fast 5 Jahre in Münster bis zum Friedensschluss 1648 zu halten. Garantiert keinen Grund dafür aber lieferte das Essen.
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