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Archive für 23.2.2010

Abgeordnetenwatch - weil Transparenz Vertrauen schafft!

Abgeordnetenwatch - weil Transparenz Vertrauen schafft! Eine von vielen Möglichkeiten zur Vorbereitung auf Treffen mit Bundestagsabgeordneten, etwa anlässlich einer Klassenfahrt nach Berlin. Heute:

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Prof. Dr. Maria Böhmer  (59, MdB/CDU) - Staatsministerin

Redebeitrag auf www.abgeordnetenwatch.de

Sehr geehrter Herr Matthes,
in unserer Gesellschaft und damit auch in unseren Schulen gehört religiöse Vielfalt inzwischen zum Alltag. Die Schulen haben sich dabei zunehmend auf die ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt der Schülerinnen und Schüler eingestellt und fördern so den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mir ist es in diesem Zusammenhang wichtig, dass für die hier lebenden jungen Migrantinnen und Migranten die Voraussetzungen für die gleichberechtigte Teilhabe geschaffen werden. Dazu gehört grundsätzlich der gemeinsame Unterricht von Jungen und Mädchen in allen Fächern also auch in Sport und Schwimmen ebenso wie gemeinsame Klassenfahrten. Die Schule steht zudem unter staatlicher Aufsicht, was “parallele Schulsysteme” generell ausschließt. Dieses staatliche Bestimmungsrecht umfasst nicht nur die äußere Organisation des Schulwesens, sondern eben auch einen Bildungs- und Erziehungsauftrag des Staates. In der öffentlichen Diskussion wird allerdings oftmals zu Unrecht problematisiert, dass Zuwanderer und insbesondere muslimische Zuwanderer ihren Kindern die Teilnahme z.B. am gemischtgeschlechtlichen Sport- und Schwimmunterricht verwehren. Die allermeisten muslimischen Schülerinnen und Schüler - Jungen und Mädchen gleichermaßen - besuchen den gemischtgeschlechtlichen Sport- und Schwimmunterricht wie die aktuelle Studie “Muslimisches Leben in Deutschland” des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (www.bamf.de) zeigt. Ursachen für eine Nichtteilnahme liegen überwiegend an einem fehlenden Angebot. Religiöse Gründe für ein Fernbleiben vom Unterricht sind die Ausnahme. Der Bundesregierung geht es um einen offenen, kenntnisreichen und kritischen Dialog mit den Muslimen in Deutschland. Dies muss geprägt sein von Einsicht, Aufrichtigkeit und gegenseitiger Toleranz. In Deutschland leben heute nahezu 4 Mio. Menschen aus muslimisch geprägten Herkunftsländern, bzw. deutsche Bürgerinnen und Bürger islamischen Bekenntnisses. Eine kulturelle Abschottung ist in einer globalisierten Welt weder möglich noch wünschenswert. Auch könnten nach Überzeugung der Bundesregierung auf solchem Wege keine Probleme gelöst werden. In diesem Sinne gilt es daher, den Dialog der Kulturen und Religionen nachdrücklich zu unterstützen, wofür ich mich einsetze.
Mit freundlichen Grüßen
Maria Böhmer

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