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Archive für 19.3.2010
Tensid trifft Tubifex (Gemeiner Nachröhrenwurm) >Jugend forscht<
19.3.2010 von E.St..

Foto: Westfälische Nachrichten
Lüdinghausen. Sein offizieller Name klingt verdächtig nach einem Sekundenkleber. Seine Lebensweise besteht vor allem darin, den lieben langen Tag in unseren heimischen Gewässern kopfüber im Schlamm zu stecken. Das kann er aber auch nur, weil er das Atmen mit seinem Hinterteil erledigt. Gemeint ist “Tubifex tubifex” - dem versierten Biologen auch unter seinem deutschen Namen “Gemeiner Bachröhrenwurm” bekannt. Gerade mal wenige Zentimeter lang und durch seine rote Farbe gut zu erkennen, ist er bei Anglern als Köder und bei Aquarianern als nette Zwischenmahlzeit für deren Zierfische beliebt. Die beiden Abiturienten Nils Bartels und Björn Matthies am Gymnasium Canisianum hatten allerdings ganz andere Pläne, als sie ihre Tubifexe im Zoofachhandel kauften. Sie brauchten die genügsamen Tierchen für ihren Feldversuch „Tensid trifft Tubifex“, mit dem sie gerade den Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ in Marl im Fach Biologie gewonnen haben. „Wir wollten mit Hilfe der Würmer herausfinden, ob und wie sich die Verschmutzung unserer Gewässer durch Wasch- und Reinigungsmittel auswirkt“, erklärt Nils Bartels. Dabei hatten die Schüler vor allem den Vergleich von herkömmlichen, sprich chemischen Reinigern und Bioprodukten im Auge. Das eindeutige Ergebnis ihrer zweimonatigen Versuche: Die Bioprodukte schnitten deutlich besser ab, oder anders formuliert, bei den chemischen Reinigern sah der Tubifex gar nicht gut aus. “Wir haben nach dem Einsetzen der Würmer in das verunreinigte Wasser 24 Stunden abgewartet und dann geschaut, wie viele Würmer noch leben“, erklärt Björn Matthies die Vorgehensweise. In einer zweiten Versuchsreihe wurden die Würmer erst einen Tag nach der Verunreinigung ins Wasser eingesetzt. „Da ging es um die Abbaubarkeit der Tenside.“ Und auch da hatten die biologischen Produkte die Nase weit vorn. „Die waren nach einem Tag oft schon komplett verschwunden“, so Matthies. Nach ihrem ersten Platz beim Regionalwettbewerb wartet auf die Oberprimaner in der kommenden Woche nun die Teilnahme am Landeswettbewerb „Jugend forscht“ in Leverkusen. Vier Tage lang werden sie dort ihre Forschungsergebnisse auf größerer Bühne einer Fachjury vorstellen. Eine Aussicht, die ihren Fachbereichsleiter Dr. Klemens Müller (Foto re.) sichtlich mit Stolz erfüllt. Zumal „das nicht das erste Mal ist, dass wir dort so erfolgreich sind“, wie er betont. Aus diesem Grund hielten beim Pressetermin auch nicht nur seine beiden Schützlinge eine Urkunde in den Händen. Müller durfte den mit 1000 Euro dotierten Schulpreis von „Jugend forscht“ für das Canisianum entgegennehmen. Eine Anerkennung für die mehrfache erfolgreiche Teilnahme des Lüdinghauser Gymnasiums. Nils und Björn stehen jetzt jedenfalls noch anstrengende Wochen bevor. Denn so ganz nebenbei müssen sich die beiden auch noch auf ihre Abiturprüfungen vorbereiten.
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